Willkommen bei der Bonkegaard

Meine Geschichte

März 1998 hatte ich viel abgenommen, war immer müde und hatte im Unterleib immer Schmerzen. Deshalb hatte ich mich bei meinem Arzt gemeldet.

Ich hatte eine gynäkologische Untersuchung (GU) – ohne Resultat. Im April hatte ich wieder den Arzt besucht. Jetzt versuchte man mit Antibiotika gegen eine eventuelle Entzündung. In Juli hatte ich noch einmal eine GU und eine Zytoskopie wurde vorgenommen. Die Zytoskopie hat Zellveränderung gezeigt – man hat mir gesagt, dass eine Kontrolle erst in 6 Monate notwendig wäre.

In der Zwischenzeit verschlimmerte sich mein Zustand. Ich habe pausenlos geblutet, war immer sehr müde und hatte sogar auch Schmerzen in den Beinen. Ich hatte sofort meinen Arzt angerufen und hatte gefragt ob es vielleicht Krebs wäre. Er sagte (und er hat es sogar auch in meiner Krankengeschichte aufgenommen): ich brauche nicht Angst zu haben, mit 24 Jahren bekommt man nicht Krebs. Im Oktober hatte ich noch einmal meinen Arzt angerufen – er hat bloß Schmerzmittel empfolen. Danach habe ich mich dafür entschlossen einen anderen Arzt aufzusuchen.

Um den Prozess voranzutreiben hat mein neuer Arzt mich sofort ins Krankenhaus eingewiesen. Ich wurde untersucht und wurde mit Antibiotika wieder nach Hause geschickt.

Im Januar 1999 habe ich wieder meinen Arzt aufgesucht, wurde ins Krankenhaus eingewiesen und hatte ein Ultraschallschaning – keine auffallende Missstände – vielleicht eine verkapselte Entzündung. Nach kurzer Zeit habe ich ins Krankenhaus eine Biopsie und wird an einen Chefarzt überwiesen, der eine Kolposkopie macht. Er konnte mit dem bloßen Auge einen Tumor – 3 cm im Durchmesser – sehen. Ich wurde in ein anderes Krankenhaus eingewiesen und mir wurde erzählt, dass es ein böser Tumor mit Verspreitung ins Gewebe ist. Das obenerwähnte hat fast ein Jahr gedauert, und ich habe mich die ganze Zeit wie ein Hypochonder gefühlt. Ich hatte das Gefühl, dass die Ärzte mit nicht zuhörte, und wenn ein kompetenter Arzt mich endlich untersuchte, war es zu spät.

Es gab vieles zu dem ich mich verhalten musste. Erstens musste ich, parallel mit der Angst vor Krankheit und meinem physisch schlechten Zustand, meine Lehrerprüfung abschließen. Als die Krankheit wirklichkeit wurde, wollte man zuerst eine Operation vornehmen, wo den ganzen Unterleib zu entfernen war. Damals war ich 24 Jahre alt und musste einsehen: Ich konnte nie Kinder bekommen. Als sie die Operation planen sollten fanden sie heraus, dass der Krebs sich ins Gewebe verbreitet hatte und eine Operation war jetzt keine Möglichkeit. Ich sollte für 5 Wochen Strahlenbehandlung durchgehen, sowohl inwendig als auswendig. Diese Behandlung hatte zur Folge dass die Wechseljahre plötzlich gerade vor mich stand – ganz schwierig wenn man nur 24 Jahre alt ist.

Alles ist plötzlich sehr schnelle gegangen. Auf meinen Geburtstag genau wurde ich untersucht und gleich danach ist die Stralenbehandlung angefangen. Jeden Tag am Mittag mussten wir nach dem Krankenhaus fahren – Die Behandlung selbst dauerte nicht lange, nur 10 min. und dann wieder nach Hause. Am Anfang fühlte ich mich wohl und war wohl zu Mute. Wir haben uns gründlich von der Krankheit informiert und haben untersucht ob es eine Idee wäre, verschiedene Minerale und Vitaminen zu nehmen (das Krankenhaus empfahl überhaupt nichts). Zusammen mit meinem Freund habe ich jeden Vormittag motioniert um den Körper zu stärken. Ich wurde aber langsam schwach. Der Appetit war mir vergangen und da ich keine Kraft hatte, konnte ich eigenhändig nichts. Glücklicherweise gab es von meiner Familie und Freunde immer Unterstützung und einer war immer da um mir zu helfen. Im Krankenhaus bekam ich einige Pillen gegen Übelkeit, die überhaupt nicht geholfen haben. Als ich nur 38 kg wog hatte man plötzlich einige anderen Pillen – sie waren jedoch sehr teuer, aber ich durfte sie probieren. Bloß 24 Stunden später konnte ich wieder essen und fühlte keine Übelkeit. Die inwendige Strahlenbehandlung war am schlimmsten. Jeden Montag und ich musste für 11 Stunden in Isolation liegen. Der Strahlenapparat hat nur für 20 Minuten pro Stunde gestrahlt und der Rest der Zeit waren mein Freund und meine Familie bei mir, obwohl das Personal das abgeraten hat.

Zusammen mit meiner Mutter habe ich Hans Berntsen aufgesucht. Er hat für mich Fürbitte eingelegt und hat danach gesagt dass ich durch das Feuer gehen sollte aber dass es mich nicht brennen wollte. – Und ich wurde nicht verbrannt. Wenn ich im Krankenhaus war im behandelt zu werden hatte ich immer ein Betttuch um die Taille – ich war ja noch verschämt. Eine Krankenschwester hat eines Tages gefragt: „ Ist es wegen der Verbrennungen, dass du dich nicht zeigen will“? Ich habe das Betttuch fallen lassen und sie konnte sehen dass ich keine Verbrennungen hatte. Im April 1999 waren meine Behandlungen zur Ende. Die folgende Woche habe ich wieder ganztags gearbeitet und während der Sommerferien habe ich in einem Restaurant gearbeitet. Jeden Monat wurde eine Kontrolle vorgenommen. Es war ein Alptraum. Wenn ich im Wartezimmer saß, hatte ich das Gefühl, dass alle mich anstarrten. Ich war immer die absolut jüngste. Ich habe leider auch erlebt – wie viele andere – dass es jedes Mal neue Ärzte gab und das konnte ich psychisch nicht aushalten. Mir wurde versprochen, dass nur zwei verschiedene Ärzte meine Kontrollen vornehmen sollten. Dann nur jeden dritten Monat… meine zwei Ärzte waren nicht länger in diesem Krankenhaus angestellt. Ich habe meine Kontrolle abgesagt und habe überall nach diesen Ärzten gesucht. Ich habe einen der Ärzte in einem anderen Krankenhaus gefunden und es ist mir gelungen meine letzten Kontrollen bei ihm durchführen zu können

Im Oktober 2003 habe ich wieder Schmerzen bekommen. Ich habe mich sofort bei dem Krankenhaus gemeldet und sie haben eine Ultraschallscanning  gemacht. Man konnte eine Wunde ganz oben am Gebärmutterhals sehen, sie sagten aber, dass ich mich keine Sorgen machen sollte. In der folgenden Woche bekam ich einen Brief – alles war in Ordnung ich sollte mich erst in 6 Monate wieder melden – meine letzte Kontrolle nach 5 Jahren. Das war kaum zu fassen und wir haben sofort die Adoptionspapiere bestellt. Sie sollten nach meiner letzten Kontrolle bereit sein. Mir wurde aber nicht besser. Die Symptome waren fast dieselbe als letztes Mal und deshalb habe ich meinen eigenen Arzt aufgesucht. Wir haben mit einer Kur versucht. Die Kur hat nichts geändert und mein Arzt hat sich mit dem Krankenhaus in Verbindung gesetzt. Ich hatte wieder eine Schanning. Die Wunde war noch da. Ich wurde in Narkose gelegen und man hat einige Proben gemacht. Die Antwort kam am 23.3.2004 – alle Proben haben Krebszellen enthalten. Ich habe denn den Arzt gefragt, warum diese Proben nicht schon im Herbst gemacht wurden – er hat geschwiegen.

So hier bin ich – nicht viel zu tun.

Strahlen sind für mich ausgeschlossen und Chemotherapie kann dieser Art von Krebs nicht helfen.